Äpfel mit Birnen vergleichen

Das Vergleichen ist des Müllers Lust. Man sollte nicht aber wir tuen es alle. Oftmals wird man in Diskussionen darauf hingewiesen, dass ein Vergleich hinkt. Umgangssprachlich auch: „Du vergleichst Äpfel mit Birnen“. Aufgrund des Sportmangels durch die Coronamassnahmen werden wir an dieser Stelle bewusst so einen Vergleich wagen. Im Vorfeld sei erwähnt, dass dieser eindeutig zugunsten einer Sportart ausfällt. Dies soll aber die andere Sportart nicht mindern oder in ein schlechtes Licht rücken. (Auch wenn dies aus stilistischen Gründen oftmals bewusst so aussehen mag.) Alle Mitglieder der Giswil Dragons betreiben mehr oder weniger stark diverse andere Sportarten und konsumieren im TV auch nicht nur Unihockey. Deshalb bitte ich jeden Leser in den folgenden Zeilen keinen Persönlich Angriff auch sich oder seinen Sport zu sehen, sondern mit der Notwendigen Narrenfreiheit die für ihn unstimmigen Aussagen als Satire abzutun. Herzlichen Dank:

In den letzten Monaten wurde nur selten Fussball gespielt. Im Stadion konnte man keine Partie verfolgen und im TV liefen zeitweilen nur Wiederholungen von diversen, zwar spannenden, aber bereits mit dem Endresultat bekannten Spielen. Das die Saison in der Schweiz erst noch richtig in Gang kommen muss, habe ich mich als Fussballfan entschieden heute (Sonntag der 13.09) das Unihockey-Cupspiel der Giswil Dragons gegen den Unihockey TV Grosswangen im TV zu verfolgen.

Schon zu beginn fällt mir auf, dass kaum genügend Spieler da sind um alle Auswechslungen vorzunehmen. Mit 14 (Giswil) respektive 15(Grosswangen) ein Spiel zu starten mindert wohl die Optionen für den Trainer. Völlig überraschend stehen sich dann aber jeweils nur 3 Spieler und 1 Torhtüer beider Teams gegenüber. Langsam dämmert es mir und ich sehe parallelen zu den fleissig pausierenden Eishockey-Spieler die kein ganzes Spiel durchstehen. Schon nach weniger als einer Minute wird mein Verdacht bestätigt und die Spieler lassen sich auswechseln. Das Spiel pendelt zwischen den beiden Teams und weder die Kamera noch ich kann dem kleinen weissen Ball jeweils folgen. Nach 4 Minuten (ich überlege mir bereits umzuschalten) jubelt dann das Gäste Team aus Grosswangen ausgiebig. Der Treffer ist für mich erst in der Wiederholung nachvollziehbar und ich verstehe die Freude. In Gedanken noch beim ersten Treffer und wie die Spielmechanik genau funktioniert überrascht mich keine Minute später ein erneuter Aufschrei der Luzerner aus meinen Überlegungen. Die Giswil Dragons werden jetzt wohl sichtlich bedient sein und sich auf das Ballhalten konzentrieren. Während Grosswangen wohl mit allen 3 Mannen hinten beginnt zu mauern. Dabei fällt mir auf dass die Obwaldner nun verstärkt ihren Körper einsetzen und sich über den Kampf in das Spiel drängen möchten. Nach einer Aktion scheidet dann ein Giswil Dragons Spieler aus (Diese Memme). Während er abseits der Kameras wohl gepflegt wird nutzen die Gäste die Überzahl und treffen erneut zum 0:3. Etwas mehr als 5 Minuten stehen auf dieser komischen Uhr die immer wieder angehalten wird. (Das kann ja einer langer Abend werden) Deshalb habe ich mich entschieden mich trotz des laufenden Spiels erstmal zu verpflegen. Die Obligate WC Pause und die Chips so wie das öffnen des gekühlten Bieres haben ja nicht lange gedauert. Überrascht stelle ich fest, dass in diesen ca 10 Minuten während ich weg war so einiges passiert ist. Während das unterklassierte Heimteam einmal getroffen hat, landete der Ball für Grosswangen gleich 3 mal im Giswiler Tor. Kaum widme ich mich wieder aktiv dem Spiel sehe ich Endlich die Hoffnungsvollen Treffer 2&3 Des Underdogs. Dieser Aufwind wird aber jäh vom Schiedsrichter gestoppt der bei 20:00 auf der Uhr die Partie unterbricht. Sei es durch Coronamassnahnen, allgemeine Spielmechanik oder mir unbekannte Gründe aber der TV geht in den Werbemodus. Für mich unverständlich, wer braucht schon nach 20 Minuten Sport eine Pause. Obwohl der Zeitpunkt für den 3. Ligisten aus Giswil nicht ungünstiger hätte sein können.

Nach 15 Minuten Werbepause wird das Spiel wieder aufgenommen. Gerade mal etwas mehr als 30 Sekunden braucht der 2. Ligist aus Grosswangen um den Giswiler wieder einzuschenken. Der Treffer zum 3:7 aber und der bald folgende zum 3:8 waren beide ein klares Abseits. Aber wie will das der Linien-Tor-und Schiedsrichter in einer Person allein alles sehen. Ganz überrascht stelle ich fest, dass der Körperkontakt der Teams die Spieler nicht dazu bewegt am Boden zu bleiben. Im Gegenteil sie kämpfen direkt weiter, ausser wenn sie vom vorher genannte Spielleiter gestoppt werden. Während ein Giswil Dragons Spieler erneut eine Zwangspause einlegen musste, trifft der Favorit erneut. Bevor es dem Unihockey TV Grosswangen gelingt auf 10 Tore zu kommen drehen die Giswil Dragons durch eine Einzelleistung wieder auf und treffen ihrerseits zum 4:9. Das Aufbäumen bleibt aber nur von kurzer Dauer. Ich bin froh, endet die Partie nach weiteren 20 Minuten für den Underdog zwar enttäuschend aber mit dem kämpferischen Schlussresultat von 4:13.

Auch ich habe gesehen, dass der Ligaunterschied vor allem in Taktischer Finesse und Technischen Feinheiten besteht. War aber über die Kämpferische Leistung der Giswil Dragons sehr positiv überrascht. In diesem Sport ist der Kampf zwischen Mann gegen Mann genauso deutlich zu erkennen wie der Kampf um den Spielstand jederzeit wechseln kann. Kein langes Geplänkel im Mittelfeld oder das Verwalten des Balles. Während ich mich annähernd begeistern lasse für diesen Sport endet die Werbeübertragen und die Kontrahenten stehen sich einem einer dritten Hälfte / Respektive Drittel gegenüber. Wenn ich auch wollte lässt sich nun auch nicht mehr über den Fitnesszustand von Unihockeyspieler lästern. Im aktuellen Spiel gelingt zwar dem Underdog schnell ein weiterer Treffer zum 5:13. Die restlichen durchaus amüsanten 16 Minuten lassen sich allerdings mit den Worten: Grosswangen will nicht mehr und Dragons kann nicht mehr zusammenfassen. Dem Favorit gelingen noch einige Tore zum Endstand von 5:17 aus Sicht des Heimteams.

Das sportliche Fazit ist somit sicherlich enttäuschend für die Giswil Dragons. Das Cupabenteuer endete an diesem Sonntag. Allerdings kann so ein Ernstkampf gegen einen 2. Ligisten für einen guten Start in die Saison sorgen. Die Giswil Dragons haben das Spiel verloren, allerdings einen ehemaligen Fussballfan gewonnen.

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